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Die Mistel wächst als Halbschmarotzer auf Bäumen. Über ihre Wurzel zapft sie die Leitungsbahnen der Bäume an, auf denen sie siedelt. Die Mistel hat immergrüne, eiförmige, ledrige Blätter, in ihren Blattachseln erscheinen im Frühjahr unscheinbare gelbe Blüten, die sich zu weißen Beeren entwickeln.
Wo kann die Mistel helfen? Eine Misteltherapie wird häufig im Rahmen einer Krebsbehandlung mit dem Ziel der Verbesserung der Lebensqualität des Patienten eingesetzt. So soll es zu einer Appetit- und Gewichtszunahme kommen, Schlafstörungen und Schmerzen gebessert sowie die körpereigenen Abwehrkräfte gesteigert werden. Dabei werden zwei verschiedene Therapieansätze mit entsprechend entwickelten Arzneimitteln verfolgt.
- Der anthroposophische Ansatz begründet sich in einer ganzheitlichen Heillehre, wobei den unterschiedlichen Wirtsbäumen der Mistel verschiedene Organe zugeordnet werden.
- Der phytotherapeutische Ansatz konzentriert sich auf bestimmte Inhaltstoffe der Mistel, wobei die Präparate auf diesen Inhaltstoff standardisiert werden.
Insgesamt ist die Misteltherapie bei Fachleuten umstritten, obwohl für die Mistellectine durchaus Wirkungen auf das Immunsystem nachgewiesen sind.
Die Wirksamkeit weiterer traditioneller Anwendungen, wie die Behandlung von Bluthochdruck, Arteriosklerose oder entzündliche Gelenkerkrankungen, ist nicht belegt.
Worauf ist unbedingt zu achten? Die Mistel enthält giftige Verbindungen, Lektine und Viscotoxine, die allerdings bei oraler Aufnahme den Organismus nicht erreichen. Daher sind Vergiftungserscheinungen durch die Pflanze wenn überhaupt nur bei großen Mengen beobachtet worden. Allergische Reaktionen sind allerdings auch bei oraler Verabreichung möglich.
Geschichten rund um die Mistel Mistel spielt in der Mythologie verschiedenster Völker eine wichtige Rolle: bei den Griechen, den Germanen und natürlich bei den Kelten. Sie kennen vielleicht "Asterix und Obelix": die Druiden (Priester der Kelten) sind wirklich weiß gekleidet auf Bäume geklettert und haben mit goldenen Sicheln Misteln geschnitten (das Rezept des Zaubertranks ist allerdings verloren gegangen).
Ein alter Brauch hat sich bis heute in England gehalten: Zur Weihnachtszeit wird ein Mistelzweig als Glücksbringer aufgehängt. Wenn ein Mädchen von einem Mann unter dem Zweig angetroffen wird, muss es sich von ihm küssen lassen.
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